Kommunalwahl 2026

Hier findest Du bald alle Informationen zur kommenden Kommunalwahl am 15. März 2026.

 

Unsere Kandidierenden

Unsere Liste für Wetzlar
  1. Carmen Zühlsdorf-Michel
  2. Marten Ringsdorf
  3. Dr. Barbara Greis
  4. Dieter Winkelmann
  5. Petra Strehlau
  6. Lukas Larbig
  7. Dr. Heidi Bernauer-Münz
  8. Klaus Ott
  9. Michaela Ripl
  10. Siegmar Roscher
  11. Alexandra Schoenwald
  12. Thomas Michel
  13. Amber Luitjens-Taylor
  14. Klaus Hugo
  15. Ingrid Feistner
  16. Moritz Trunk
  17. Hanna Simon
  18. Thomas Kriebs
  19. Barbara Spruck
  20. Malte Krohn
  21. Stefanie Seibel
  22. Jürgen Weigel
  23. Ute Reich-Weigel
  24. Werner Freund
  25. Harald Minde
  26. Norbert Kortlüke

Unsere Liste für den Ortsbeirat für Müncholzhausen
  1. Thomas Michel
  2. Carmen Zühlsdorf-Michel
  3. Alexander Koller
Unsere Liste für den Ortsbeirat Naunheim
  1. Dr. Barbara Greis
  2. Thomas Kriebs
  3. Birgit Greis
Unsere Liste für den Ortsbeirat Garbenheim
  1. Ute Reich-Weigel
  2. Jürgen Weigel
  3. Ilona Michel

 

Unsere Wahlprogramm

0. Präambel

Wir leben in herausfordernden Zeiten: Die Klimakrise verschärft sich, die Artenvielfalt schwindet, und gleichzeitig stehen wir vor großen sozialen Herausforderungen. Es ist wichtig, mutig und entschlossen zu handeln – lokal wie global. Wetzlar braucht eine Politik, die vorausschaut, Verantwortung übernimmt und die Weichen für eine nachhaltige und gerechte Zukunft stellt.

Die Herausforderungen unserer Zeit verlangen nach Entscheidungen. Um das 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen wir auch vor Ort in Wetzlar handeln. Gleichzeitig dürfen wir niemanden zurücklassen. Sozialer Zusammenhalt, bezahlbares Wohnen und Teilhabe für alle sind für uns keine Gegensätze zum Klimaschutz, sondern gehen Hand in Hand.

Wetzlar ist eine wunderbare Stadt mit großer Vielfalt. Die historische Altstadt, die Lage an Lahn und Dill, die lebendigen Stadtteile – all das macht unsere Stadt lebenswert. Doch wir wollen mehr: Wir wollen eine Stadt, die allen gehört. Eine Stadt, in der Menschen Vorrang vor Autos haben. Eine Stadt, die grüner, sozialer und lebenswerter wird.

In den letzten Jahren haben wir GRÜNE viel erreicht: Den Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung des Radverkehrs, neue Wege zur Beteiligung der Bürger*innen, die Unterstützung der Vereine und der Kulturszene. Wir haben gezeigt, dass soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zusammengehen. Darauf bauen wir auf.

Die vor uns liegenden Jahre werden entscheidend sein. Der Strukturwandel in der Wirtschaft, neue Anforderungen an Mobilität, die Integration geflüchteter Menschen, der demografische Wandel – all das verlangt nach innovativen Lösungen und dem Mut, neue Wege zu gehen. Wir GRÜNE sind bereit, diese Verantwortung zu übernehmen.

Wetzlar steht vor großen Aufgaben, aber auch vor großen Chancen. Gemeinsam können wir unsere Stadt zu einem Vorbild für nachhaltige Stadtentwicklung machen. Eine Stadt, in der Kinder sicher und schnell zur Schule radeln können. Eine Stadt, in der niemand Angst vor steigenden Mieten haben muss. Eine Stadt, in der unsere Demokratie lebendig ist und alle mitgestalten können.

Wir GRÜNE sind ein Bollwerk gegen aufstrebenden Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit. Wir stehen für Vielfalt, Toleranz und Menschenrechte. Wir verteidigen die demokratischen Grundwerte mit Nachdruck und setzen uns für eine tolerante, weltoffene Stadtgesellschaft ein.

In diesem Wahlprogramm zeigen wir, wie wir Wetzlar gemeinsam mit Ihnen gestalten wollen. Mit Mut, mit Weitsicht und mit dem festen Willen, unsere Stadt lebenswerter zu machen – für alle Menschen, die hier leben.

1. Stadtentwicklung: Wetzlar für alle gestalten

Wetzlar ist im Wandel zu einer klimaneutralen, nachhaltigen und sozialen Stadt. GRÜNE Stadtentwicklung stellt den Menschen in den Mittelpunkt und fördert eine Stadt, die allen gehört. Sie schafft lebendige Quartiere, grüne Oasen und Räume für Begegnungen. In den letzten Jahren haben wir auch durch die GRÜNE Regierungsbeteiligung auf diesem Weg viel erreicht, doch es gibt noch weitere Herausforderungen. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum steigt, gleichzeitig ist ein weiteres Wachstum auf der grünen Wiese nicht die einzige Lösung für Wetzlarer Probleme. Wir fordern deswegen ein integriertes Stadtentwicklungskonzept für das gesamte Stadtgebiet, das alle Stadtteile gleichwertig einbezieht und die aktuellen Herausforderungen durch nachhaltige Strategien anpackt. Dabei streben wir kompakte, durchmische Quartiere an und ziehen eine Nachverdichtung im Innenbereich dem Wachstum nach außen vor.

Quartiere sind für uns GRÜNE mehr als Wohngebiete – sie sind Orte des Zusammenlebens, der Begegnung und der Gemeinschaft. Wir setzen uns dafür ein, dass Wohnen, Arbeiten und Nahversorgung zusammengehören und soziale Infrastruktur für Menschen jedes Alters geschaffen wird. Seien es Spielplätze mit attraktiven Spielgeräten, Grünflächen für Begegnung und Austausch und Treffpunkte ohne Konsumzwang. Wichtig ist uns auch, dass alle unsere Stadtteile gleichwertig einbezogen werden und niemand zurückgelassen wird. Dorfgemeinschaftshäuser in unseren Ortsteilen und ein aktives Kultur- und Vereinsleben vor Ort möchten wir genauso fördern wie eine bessere ÖPNV-Verbindung der nicht zur Kernstadt gehörenden Stadtteile.

Wir GRÜNE wollen, dass wir unsere Stadt mehr genießen können. Das bedeutet: Weniger Lärm- und Luftbelastung, mehr Aufenthaltsqualität und mehr Plätze, die zum Verweilen einladen. Der öffentliche Raum soll den Menschen gehören, nicht den Autos. Die vielen Parkmöglichkeiten auf den kleinen Plätzen in und um unsere Altstadt sind Störfaktoren für eine gute Aufenthaltsqualität und schaden damit auch dem Einzelhandel und der Gastronomie. Daher fordern wir konkret eine konsequente Umsetzung des Rahmenplans Altstadt, den Wegfall der Parkplätze auf Kornmarkt, Domplatz, Fischmarkt und Schillerplatz, eine autofreie Gestaltung des Steighausplatzes, der durch einen Gestaltungswettbewerb aufgewertet werden soll. Hier bietet sich an, den Wetzbach zu integrieren. Wir wollen zudem neue Perspektiven für die Zwack`sche Lahninsel jenseits ihrer jetzigen Nutzung als Parkplatz entwickeln. Auch Ideen, wie der zentrale Eisenmarkt als Kulturraum genutzt werden kann, möchten wir diskutieren. Andere Städte zeigen, wie man auch mit temporärer Umnutzung von Straßen und Parkplätzen, sog. Pop-up-Bänken etc. mehr Aufenthaltsqualität insbesondere im Sommer schaffen kann.

 

Bezahlbares Wohnen

Wohnen ist für uns GRÜNE Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und ein Grundrecht. Wetzlar wächst und damit steigt der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Viele der neugebauten Wohnungen werden als Eigentumswohnungen verkauft, was zu steigenden Mieten führt. Preiswerter Wohnraum ist knapp. Wir fordern, dass die kommunale Wohnungspolitik vorausschauend agiert und Instrumente entwickelt, durch die deutlich mehr bezahlbarer Wohnraum klimagerecht und umweltschonend geschaffen wird

Wir GRÜNE setzen auf eine gemeinwohlorientierte Boden- und Flächenpolitik. Jedoch nur wer über Grund und Boden verfügt, kann gestalten. Deshalb ist es entscheidend, dass die Stadt Wetzlar mehr Grundstücke erwirbt und diese im Sinne des Gemeinwohls nutzt.​ Städtische Grundstücke sollten entweder per Konzeptvergabe statt dem oft üblichen Höchstpreisverfahren vergeben werden oder die Stadt wendet die Erbpacht an, sodass mehr Grundstücke im kommunalen Eigentum bleiben.

Bei Neubauprojekten über 20 Wohneinheiten sollen über städtebauliche Verträge mindestens 30% geförderte Wohnungen realisiert werden. Der soziale Wohnungsbau soll über die Wohnungsbaugesellschaften verstärkt und verstetigt werden. Ziel muss sein, dass wir mehr bezahlbare Wohnungen bauen, als aus der Sozialbindung fallen. Bei diesen Zielen sehen wir keinen Widerspruch darin, Renovierungen und Umbaumaßnahmen nach ökologisch-nachhaltigen Kriterien durchzuführen. Auch neue Wege des genossenschaftlichen Bauens und von Baugemeinschaften wollen wir in unserer Stadt mehr fördern, genauso wie wir in unserer Stadt Mehr-Generationen-Häuser benötigen und diese unterstützen möchten.

Ein Problem in unserer Stadt ist, dass viele Menschen in für sie zu kleinen oder zu großen Wohnungen leben, neue Mietverträge für diese Menschen aber oft nicht bezahlbar sind. Daher möchten wir eine städtische Wohnungstauschbörse mit festen Öffnungszeiten und guter digitaler Erreichbarkeit einführen.

Dem Leerstand, insbesondere in der Altstadt, wollen wir entschlossen entgegentreten. Dazu gehört für uns eine Prüfung einer Grundsteuer C für unbebaute Grundstücke und die Möglichkeiten einer Sonderabgabe für länger leerstehende Wohnungen. Wohnraumzweckentfremdung werden wir nicht dulden.

 

Klimagerecht und nachhaltig bauen

Der Klimawandel erfordert radikales Umdenken in der Stadtentwicklung. Wir müssen klimaschonender bauen und gleichzeitig Maßnahmen zur Klimaanpassung umsetzen, die die Aufenthaltsqualität in der Stadt erhöhen. Daher fordern wir höhere Baustandards für eine zukunftsfähige Stadt: Neubauten müssen mindestens nach KfW-40-Standard gebaut werden und die Begrünung von Außenflächen, Fassaden und Dächern mit einheimischen Pflanzen wollen wir über eine Satzung regeln. Zudem befürworten wir eine PV-Pflicht für alle Neubauten und Dachsanierungen. Das Bauen nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip möchten wir fördern. In der Bauleitplanung möchten wir ökologische Leitlinien vermehrt anwenden. Ein gutes Beispiel ist die Machbarkeitsstudie für das ökologische Gewerbegebiet Münchholzhausen-Nord, wo erstmals in der Geschichte Wetzlars umfassende ökologische und nachhaltige Kriterien von Anfang an mitgedacht wurden.

 

Wetzlar als Schwammstadt

Der Klimawandel bringt mehr Starkregen und längere Trockenperioden. Wir wollen Wetzlar zur Schwammstadt entwickeln, die Wasser speichert und nicht ableitet. Gleichzeitig schaffen wir damit mehr Grün und mehr Lebensqualität in unserer Stadt. Um das umzusetzen, fordern wir eine Zisternenpflicht im Neubau, die wir mit Fördermaßnahmen begleiten möchten. Vertiefungen in unseren Grünflächen können als natürliche Wasserspeicher dienen und mit einem Programm zur Flächenentsiegelung kombinieren wir Lebensqualität und Starkregenschutz. Zudem möchten wir die Wasseradern in der Altstadt sichtbarer machen und mit öffentlichen Brunnen, Wasserspielen und zusätzlichen Verschattungen für Abkühlung in unseren Hitzesommern sorgen.

2. Mobilität

Wir GRÜNE wollen eine Stadt, in der alle Menschen sicher, bequem und klimafreundlich unterwegs sein können, unabhängig vom eigenen Auto. Mobilität heißt für uns: Zugang zu Bildung, Arbeit und Kultur für alle Generationen – bezahlbar, barrierefrei und verlässlich.​

Unser Ziel ist klar: Mehr Mobilität mit weniger Autos. Dafür stärken wir den Fuß- und Radverkehr sowie Bus und Bahn. Wir fördern das Teilen statt Besitzen und verteilen den öffentlichen Raum neu, hin zu mehr Platz, Ruhe und Lebensqualität in allen Stadtteilen Wetzlars.

Mobilitätspolitik ist für uns Sozial- und Klimapolitik zugleich. Zu lange stand in Wetzlar der motorisierte Individualverkehr im Mittelpunkt, mit all seinen negativen Konsequenzen wie Lärm, schlechter Luft und zugeparkten Straßen. Seitdem wir Verantwortung tragen haben wir angefangen, die Schwerpunkte in Wetzlar zu ändern: Im Mittelpunkt stehen nun die Bedürfnisse von Menschen. Auf diesem Weg haben wir konzeptionell viel erreicht mit dem ersten Fuß- und Radwegekonzept oder dem Rahmenplan Altstadt, der unsere Altstadt autoarm und damit attraktiver macht. Erste Maßnahmen der Mobilitätswende haben wir bereits umgesetzt. Doch eine jahrzehntelang autozentrierte Verkehrspolitik lässt sich nicht in wenigen Jahren komplett verändern, deswegen besteht weiterhin viel Handlungsbedarf. Die bisher erstellen Konzepte bieten dafür eine gute Grundlage, die wir Stück für Stück umsetzen möchten.

 

ÖPNV – häufiger, schneller & verlässlicher

Ein attraktiver, zuverlässiger und bezahlbarer öffentlicher Personennahverkehr ist das Rückgrat der Mobilitätswende. Wer vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen soll, braucht dichte Takte, gute Anschlüsse, barrierefreie Haltestellen und verständliche Informationen. Wir setzen uns daher für einen verbindlichen 15-Minuten Takt auf unseren städtischen Buslinien ein und sehen im aktuellen Liniennetz weiteres Optimierungspotential vor allem in den Abendstunden. Kein Stadtteil Wetzlars darf mehr ohne Anschluss an das städtische Busnetz sein und unsere Gewerbegebiete müssen alle per Bus erreichbar sein. Hier sehen wir insbesondere das Potential für eine neue Buslinie, die über den Bahnhof das Gewerbegebiet Dillfeld bis nach Aßlar erschließt.

Für unsere städtischen Busse setzen wir auf Antriebe auf Basis erneuerbarer Energien. Eine Machbarkeitsstudie haben wir dafür bereits erstellen lassen, jetzt geht es um die konsequente, zeitnahe Umsetzung auch unter Berücksichtigung der Möglichkeit, in der Stadt Wetzlar erstmalig ein intelligentes Flottenmanagement aller städtischen Fahrzeuge aus einer Hand zu erstellen.

 

Fahrradstadt Wetzlar – schnell & sicher ans Ziel

Radfahren ist klimafreundlich, gesund und braucht wenig Platz, es ist daher neben dem Laufen die ideale Art der Fortbewegung in einer lebenswerten Stadt. Trotzdem war der Radverkehrsanteil in Wetzlar bislang niedrig, weil es an sicheren, durchgängigen Verbindungen fehlte. Seitdem wir das erste Radverkehrskonzept für Wetzlar erstellt und in den letzten Jahren an dessen konsequenter Umsetzung gearbeitet haben, ändert sich dies. Es gibt aber noch viel zu tun:

Wir GRÜNE wollen daher das gesamte Radverkehrskonzept mit durchgängigen Hauptrouten, sicheren Querverbindungen und klarer Wegweisung schnellstmöglich umsetzen. Über das Konzept hinaus wollen wir zudem sichere, baulich getrennte Radwege an Hauptstraßen, wo immer es räumlich möglich ist. Am wichtigen Knotenpunkt Busbahnhof/Bahnhof möchten wir die dort aufeinandertreffenden Fußgänger*innen und Radfahrer*innen besser voneinander trennen. In der gesamten Stadt möchten wir mehr sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schaffen, auch für Lastenräder oder Räder mit Anhängern. An zentralen Punkten wie dem Bahnhof oder in und um die Altstadt können attraktive Fahrradparkhäuser entstehen und so nicht nur Pendler*innen entlasten, sondern auch mehr Fahrradtourist*innen in unsere Stadt einladen.

Uns ist jedoch nicht nur der innerstädtische Radverkehr ein wichtiges Anliegen. Wir setzen uns auch für eine schnelle Radverbindung von Gießen über Wetzlar bis nach Solms ein. Für diese Strecke bevorzugen wir die mögliche Strecke entlang der aktiven Bahntrasse und eine Lahnquerung bei der Arena über eine mögliche Fahrradbrücke. Der Ausbau des Radverkehrs soll weiterhin mit mindestens 15 € pro Einwohner und Jahr finanziert werden. Mit dieser Summe liegt Wetzlar weit über dem Durchschnitt anderer Städte und kann in den nächsten Jahren große Fortschritte auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt machen.

 

Neue Mobilität – große Aufgaben liegen vor uns

Eine faire Verteilung des Verkehrsraums ist ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Mobilität und Lebensqualität. Aber auch die in unserer Stadt gefahrenen Geschwindigkeiten spielen eine wichtige Rolle. Wir setzen uns dafür ein, dass wir die Möglichkeiten des reformierten Straßenverkehrsgesetzes konsequent nutzen und überall Tempo 30 einführen, wo dies in Wetzlar rechtlich möglich ist. So reduzieren wir Lärm, Abgase und erhöhen die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden. Um mehr Frei- und Grünflächen in unserer Stadt zu gewinnen, setzen wir uns dafür ein, Parkplätze im Straßenraum deutlich zu verringern. Bisher zum Parken genutzte Flächen wie die Zwack`sche Lahninsel und der Steighausplatz bieten viel Potential und sollten auf Basis von Gestaltungswettbewerben umgestaltet werden.

Im Rahmen des Umbaus der B49 setzen wir uns für einen zweispurigen statt vierspurigen Westanschluss ein und fordern eine verbesserte Rad- und Fußverkehrsanbindung.

 

Geteilt und vernetzt – Die Mobilität von Morgen

Wir GRÜNE wollen Mobilitätshubs als Knotenpunkte für den Verkehr von morgen ausbauen, am Bahnhof, Leitzplatz oder vielen anderen zentralen Orten. Mit sicheren Bike-and-Ride-Fahrradboxen, flexiblen Fahrradverleihstationen und Carsharing-Angeboten legen diese Knotenpunkte die Grundlage für eine bessere Mobilität. Wir bündeln alle Angebote in einer nutzerfreundlichen App mit Echtzeit-Informationen für nahtlose Verknüpfung mit Bus, Bahn und ÖPNV. So machen wir Teilen statt Besitzen zum Alltag – für weniger Autos, mehr Klimaschutz und optimaler Flexibilität.

3. Energie und Klimaschutz

Klimaneutrales Wetzlar – Erfolge festigen, Ziele neu setzen

Wir GRÜNE freuen uns über die erfolgreiche Umsetzung des bisherigen Klimaschutzkonzeptes. Dank der neuen Windparks in Blasbach und Hermannstein-Altenschlag wurden die Ziele des alten Konzepts erreicht und Wetzlar seiner Rolle im Klimaschutz gerecht. Wir entwickeln mit breiter Bürgerbeteiligung ein integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept bis 2035, durch massiven Ausbau erneuerbarer Energien, Verkehrswende und natürlichem CO₂-Speicherpotenzial für eine klimaneutrale Zukunft.​ Zudem wollen wir regelmäßig und transparent berichten, wie weit wir mit der Umsetzung dieser wichtigen Ziele gekommen sind.

 

Vorbildliche Stadtverwaltung

Wir GRÜNE sorgen dafür, dass die Stadt eine führende Rolle beim Klimaschutz übernimmt: Ein Klima-Check soll alle Beschlussvorlagen auf Klimawirkung und Anpassungsfähigkeit prüfen. Bei den städtischen Liegenschaften ersetzen wir fossile Heizungen schrittweise durch Wärmepumpen, Solarthermie und Biomasse, sanieren nach KfW-Standards, nutzen sämtliche Dächer für Photovoltaik und führen ein modernes Energiemanagement ein, um Verbräuche zu senken. Der Fuhrpark wird möglichst weitreichend elektrifiziert. Die Straßenbeleuchtung wird komplett auf LED mit Nachtabsenkung umgestellt und die Kläranlage energieeffizient modernisiert. So machen wir unsere Stadtverwaltung klimaneutral.​

 

Energiewende vorantreiben – Erneuerbare für alle

Wir GRÜNE treiben den Ausbau erneuerbarer Energien voran: Priorität haben versiegelte Flächen wie Dächer, Parkplätze und -häuser, sowie PV-Pflicht für Neubauten und Dachsanierungen. Bürger*innen beteiligen wir finanziell an Projekten – durch Genossenschaften und Förderungen für private PV-Anlagen, Balkonkraftwerke und Speicherlösungen. Ein Wärmeatlas deckt Abwärmepotenziale auf, Agro-Photovoltaik wollen wir testen und fördern.

 

Kommunale Wärmeplanung

Die kommunale Wärmeplanung ist die große Herausforderung für Klimaschutz und sozialen Zusammenhalt: Ein großer Teil der Emissionen entstehen durch unsere Heizungen – hier müssen wir handeln, ohne Menschen zu überfordern. Wir GRÜNE fordern eine Detail-Studie für die Altstadt, um auch in diesem sensiblen Stadtteil passgenaue Lösungen zu finden. Uns ist wichtig, Mythen zur Wärmewende durch umfangreiche Beratungsangebote zu entkräften. Wir machen neue Techniken erlebbar, etwa mit mobilen Beratungsangeboten und Modellprojekten. Innovative Pilotprojekte wie die Gewinnung von Wärme aus Lahn, Dill und Abwasser möchten wir realisieren. Bestehende Wärmenetze sollen ausgebaut und neue errichtet werden. Wir wollen eine Ertüchtigung unserer Stromnetze für eine breite Elektrifizierung. Vor Ort werden wir Beratungs- und Planungsangebote zur Verfügung stellen, die Themen wie Finanzierung über die KfW und steuerliche Anreize erklären können.

 

ENWAG – Energiedienstleister für erneuerbare Energien

Die ENWAG als stadteigener Betrieb ist Energiedienstleister der Region: Sie versorgt die Kund*innen mit Strom, Wärme und Erdgas. Aus der Versorgung mit Gas soll die ENWAG perspektivisch aussteigen und prüfen, wie sie sich an neuen Technologien wie der Nutzung von Wasserstoff beteiligen kann. Durch einen in 2017 angestoßenen Prozess zur strategischen Neuausrichtung entwickelt sich seither die ENWAG entschieden zum Energiedienstleister weiter. Wir GRÜNE wollen, dass diese strategische Ausrichtung der ENWAG auch in den nächsten Jahren konsequent fortgeführt wird. Beispiele dafür sind der Ausbau von Ladestationen für E-Mobilität, die Schaffung von größeren und kleineren Stromspeichern oder das Anbieten moderner, dynamischer Stromtarife.

4. Umwelt- und Naturschutz

Der Schutz der biologischen Vielfalt und der verschiedenen Lebensräume ist neben dem Klimawandel eine der größten Herausforderung unserer Zeit. Eine intakte Umwelt ist unsere Lebensgrundlage und Voraussetzung für ein gesundes Leben, da Biodiversität die Basis für saubere Luft, klares Wasser und für die Produktion von gesunden Lebensmitteln darstellt. Auch für unsere Erholung bietet nur eine intakte Natur eine gute Grundlage. Deshalb haben wir GRÜNE eine klare Vision für Wetzlar: Unsere Stadt soll noch grüner werden, eine Stadt in der Mensch und Natur harmonisch zusammenleben – voll blühender Wiesen, artenreicher Flächen und intakter Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

 

Ökologie im urbanen Gebiet

Ein wichtiger Baustein dafür ist für uns das Projekt Wetzlars Wilde Wiesen, welches seit 2018 Blühflächen für Wildbienen und andere Insekten mitten in unserer Stadt schafft. Dieses Erfolgsprojekt wollen wir um weitere Flächen erweitern, aber auch wissenschaftlich evaluieren und die Pflege der Flächen für die kommenden Jahre absichern. Ebenfalls eine große Rolle können unsere Friedhöfe spielen: Hier wollen wir systematisch erfassen, welche Tiere und Pflanzen dort leben. In einem breiten Diskussionsprozess mit unseren Bürger*innen wollen wir ermitteln, wie auch diese großen Flächen im Stadtgebiet zum Erhalt der Artenvielfalt und der urbanen Biodiversität beitragen können.

 

Unsere Wasserwege naturnah gestalten

Wir GRÜNE wollen unsere Wasserwege naturnah gestalten, denn Wetzlar wird vom Zusammenfluss von Lahn und Dill sowie zahlreichen kleineren Bächen und ausgedehnten Auen geprägt, die für Biodiversität, Hochwasserschutz und Erholung unverzichtbar sind. Seit Jahren setzen wir uns erfolgreich für die Renaturierung unserer Bachläufe ein, wie den Wetzbach und Welschbach, und treiben Projekte wie „Living Lahn“ voran, um Staustufen niederzulegen und eine natürliche Flussdynamik zu ermöglichen. Das bereits beschlossene Biotopkonzept Steindorfer Aue werden wir gemeinsam mit Hessen Mobil umsetzen. Durch Abtragung von Ackerflächen werden Flachwasserzonen für zahlreiche Arten wie Kammmolch und Ringelnatter geschaffen. Lahn und Dill werden wieder zu pulsierenden Ökosystemen durch die Wiederherstellung auentypischer Lebensräume. So schützen wir unsere Wasseradern langfristig für Mensch und Natur.

 

Naturschutzgebiete ausweiten

Wir GRÜNE wollen die Kühmark als Naturschutzgebiet ausweisen, ein ökologisch hochwertiges Gebiet. Wir wollen die dort zu findende seltene Flora und Fauna langfristig sichern und für künftige Generationen erhalten.

 

 

Ökologisches Grünflächenkonzept für ganz Wetzlar

Wir möchten ein umfassendes ökologisches Grünflächenkonzept für Wetzlar erarbeiten, das alle städtischen Grünflächen strategisch vernetzt, schützt und ausbaut – von Parks über Wiesen bis hin zu Dach- und Fassadenbegrünungen. Dieses Konzept soll Prioritäten für Biodiversität setzen, wie artenreiche Staudenbeete, heimische Bäume und vernetzte Korridore für Insekten und Vögel, und damit auch die Erholungsqualität für Menschen steigern. Gleichzeitig können wir unsere Grünflächen so an die Folgen der Klimakrise anpassen und den Menschen in unserer Stadt schattige und kühlende Grünflächen in Wohnnähe anbieten.

 

Unsere Wälder zukunftsfest und nachhaltig gestalten

Wir GRÜNE setzen uns für die Fortsetzung und Ausweitung naturnaher Waldwirtschaft in Wetzlar ein, um Resilienz gegen Klimawandel und Dürre zu stärken. Wir haben bereits ca. 10% der Waldfläche aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen. Wir streben für weitere Waldflächen eine Zertifizierung nach FSC an.

In den letzten Jahren sind große Flächen unseres Stadtwaldes durch Klimaveränderungen verursachte Schäden verloren gegangen. Es soll eine Naturverjüngung ermöglicht werden, bei der sich eine nachhaltige Waldstruktur entwickeln kann. In der Folge kann ein gesunder und artenreicher Laubmischwald entstehen.

Natürliche Speicher schützen das Klima: Wir stärken die städtischen Wälder durch Wiederaufforstung, erhöhen CO₂-Speicher in Grünflächen und Böden und fördern städtische Begrünungen wie Dach- und Fassadenbegrünung. Aktiver Bodenschutz verhindert Versiegelung und gibt mehr Möglichkeiten CO2 zu binden. Renaturierungsmaßnahmen an unseren Flüssen und Bächen binden zusätzlich CO₂.

Mit diesem Konzept machen wir Wetzlar lebenswert – insbesondere für die Generationen von morgen.​

 

Bodenschutzkonzept konsequent umsetzen

Wetzlars Bodenschutzkonzept- das erste seiner Art in Hessen und Vorbild für viele andere Städte- wurde von uns Grünen initiiert. Erosions- und Bodenschutz sind zentraler Umweltschutz: Versiegelungen schaden dem Klima, während pflanzenbedeckter Boden Wasser- und Winderosion verhindert und für Klimaanpassung essenziell ist. Wir fordern die konsequente Umsetzung des Konzeptes mit Reduktion des Flächenverbrauchs, die Beseitigung innerstädtischer Schadstoffbelastungen und eine bodenschonende Erschließung von neuen Bauprojekten. Bei solchen neuen Projekten streben wir eine bodenkundliche Baubegleitung als neuen Standard an.

 

Freigängerkatzen kontrollieren

Wir setzen uns für eine Katzenschutz- bzw. Kastrationsverordnung für Freigängerkatzen in Wetzlar ein, damit Tierleid reduziert und die unkontrollierte Vermehrung von Straßenkatzen eingedämmt wird. Eine Pflicht zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigängerkatzen stärkt den Tierschutz und entlastet das Tierheim.

5. Wirtschaft und Finanzen

Wetzlar ist ein leistungsfähiger und erfolgreicher Technologiestandort mit weltweit bekannten Unternehmen im Bereich Optik, Elektronik und Mechanik. Die Pflege und Weiterentwicklung dieses Clusters bleibt für die lokale Wirtschaft wichtig, doch zugleich ist es entscheidend, die wirtschaftliche Basis zu verbreitern und eine größere Unabhängigkeit von einzelnen Großunternehmen zu erreichen. Unser Ziel ist es daher, eine Vielfalt an Wirtschaftsbranchen zu etablieren und gerade kleine und mittlere, innovative Technologieunternehmen zu fördern. Ebenso wollen wir die Kultur- und Kreativwirtschaft vor Ort gezielt stärken, denn sie trägt zur Attraktivität Wetzlars und zur Identität der Stadt bei.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt für uns Grüne auf nachhaltigem und klimaneutralem Wirtschaften: Mit gezielter Beratung und Fördermaßnahmen wollen wir neue Konzepte für ressourcenschonendes Arbeiten und den Ausbau von CO2-neutralen Transportwegen unterstützen. Ein ganzheitliches Energiemanagement, das Stromerzeugung, -speicherung und intelligente Steuerung einbezieht, soll aktiv begleitet und gefördert werden.

Die Gewerbeentwicklung in Wetzlar ist für uns GRÜNE eng an ökologische Kriterien gebunden. In den Gewerbegebieten fördern wir die Kreislaufwirtschaft (Cradle-to-Cradle). Gewerbeflächen wie das Beispiel Münchholzhausen-Nord dienen als Vorreiter für eine nachhaltige Planung, bei der Grünflächen, Regenwassermanagement und Biodiversität genauso berücksichtigt werden wie eine ÖPNV-Anbindung und die Nutzung erneuerbarer Energien.

Bei der Vergabe von Gewerbeflächen liegt unser Fokus auf einer nachhaltigen Innenentwicklung und der Wiederbelebung bestehender Standorte, bevor auf der grünen Wiese neu gebaut wird. Das Gewerbeflächenmanagement erfolgt abteilungsübergreifend und nimmt die speziellen Standortqualitäten bei der Flächenvergabe gezielt in den Blick.

 

Städtische Finanzen – nachhaltig finanzieren

Wir stehen auch weiterhin für nachhaltige, ausgeglichene Haushalte ein. Dabei werden jedoch wichtige Investitionen in unsere Infrastruktur vor Ort nicht vernachlässigt. Auch in Zukunft stehen weitere Großprojekte wie bspw. der Neubau der Bahnhofsbrücke an, die wir im Sinne künftiger Generationen solide finanzieren und realisieren möchten.

Wir setzen uns auf allen politischen Ebenen dafür ein, dass Land und Bund ihrer Verpflichtung nachkommen und die Kommunen mit ausreichend. 

6. Soziales

Sozialpolitik ist für uns GRÜNE das Herz einer lebenswerten Stadt: Wir wollen, dass alle Menschen in Wetzlar gut leben, teilhaben und ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten können – unabhängig von Herkunft, Einkommen, Alter, Geschlecht, Beeinträchtigung oder Aufenthaltsstatus. Soziale Angebote, gerechte Bildungschancen und starke Quartiere gehören für uns untrennbar zusammen. Wir GRÜNE sehen Wetzlar als Heimat für alle, die hier leben und arbeiten – mit sicheren Lebensperspektiven, guter Versorgung und echter gesellschaftlicher Teilhabe. Dazu gehört, Armut konsequent zu bekämpfen, Diskriminierung abzubauen und Schutzräume für Menschen in besonderen Lebenslagen zu schaffen.​

Wir wollen eine Sozialpolitik, die nicht nur verwaltet, sondern Chancen eröffnet: mit niedrigschwelliger Beratung, guter Infrastruktur in den Stadtteilen und einer Kultur der Solidarität statt Ausgrenzung. So stärken wir den sozialen Zusammenhalt und sorgen dafür, dass niemand vergessen wird.

 

Die soziale Stadt – Ein Erfolgsprojekt weiterführen

Bisher haben wir viel erreicht, die Programme „Soziale Stadt“ in Niedergirmes, im Westend sowie in Dalheim und in der Altenberger Straße haben die Lebensbedingungen sichtbar verbessert und neue Netzwerke geschaffen. Diese Erfolge wollen wir sichern und weiterentwickeln. Dazu gehört für uns, dass wir Beratungs- und Begegnungsangebote weiterführen und neue Stadtteile in den Blick nehmen, die von einer solchen sozialen Quartiersarbeit profitieren können.

 

Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellen

Alle Kinder und Jugendlichen in Wetzlar sollen die gleichen Chancen auf Bildung, Gesundheit und Teilhabe haben, unabhängig vom Einkommen der Eltern oder ihrer Herkunft. Kinderarmut ist nicht hinnehmbar und muss aktiv bekämpft werden. Kinder verdienen es zudem, dass sie und ihre Bedürfnisse mehr von der Stadtgesellschaft gesehen werden. Wir wollen daher prüfen, ob die Stadt Wetzlar, ähnlich wie andere Städte, ein Bürgerfest für Kinder einführen kann. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche aller Altersklassen attraktive Spiel- und Freizeitplätze im Stadtgebiet vorfinden.

 

Gute Kitas – beste Bildung von Anfang an

Frühe Bildung legt den Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben. Wir GRÜNE wollen, dass alle Kinder in Wetzlar einen guten Kita-Platz in Wohnortnähe bekommen -unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern. Dabei führt die unzureichende Finanzierung der Kitas durch Land und Bund zu einer schwierigen finanziellen Lage. Gute Kitabetreuung kostet viel Geld. Wir sehen die Möglichkeit, dass starke Schultern auch mehr tragen können und fordern ähnlich wie in unserer Nachbarstadt Gießen eine einkommensabhänge Kindergartengebühr. Durch eine solide Finanzierung können auch zusätzliche Angebote wie erweiterte Öffnungszeiten und mehr wohnortnahe Plätze realisiert werden. Dies ist für uns wichtig, da sich die städtischen Betreuungsangebote an die komplexer gewordenen Lebensrealitäten vieler Familien anpassen sollten. Gute Kitas sind Bildungseinrichtungen. Sie brauchen Zeit, Personal und Räume, um jedes Kind bestmöglich zu fördern. Mit einer guten Ausstattung der Kitas stellen wir aber auch einen attraktiven Arbeitgeber dar. Nur so können wir im harten Wettbewerb um die besten pädagogischen Fachkräfte motivierte Menschen für die Arbeit in den Kitas unserer Stadt gewinnen.

Wir Grüne wollen, dass Kinder Natur erleben und nachhaltig handeln lernen. Daher fordern wir mehr Waldkitas und Naturgruppen. Zudem liegt uns die Gesundheit unserer Kleinsten am Herzen. Daher fordern wir mehr Programme zur Bewegungsförderung und eine engere Verknüpfung zu den vielfältigen Sportangeboten in unserer Stadt. Aber auch gesundes, saisonales Essen in Kitas aus regionaler, möglichst biologischer Produktion, spielt eine wichtige Rolle. Ein gesundes und nachhaltiges Essen muss nicht teurer sein als ein bisher übliches Essen.

 

Familien

Für uns GRÜNE sind starke Familien wichtig, deshalb sorgen wir in Wetzlar für verlässlichen Rückhalt, Beratung und Unterstützung – etwa durch die „Frühen Hilfen“, Familienbildung und die Wetzlar-Card, die den Zugang zu Freizeit- und Kulturangeboten erleichtert. Familien in allen Lebenssituation, von alleinerziehend bis pflegend, sollen spüren, dass sie auf Unterstützung durch die Stadt setzen können.

 

Schutz und Unterstützung in Krisen

Manche Menschen brauchen zeitweise besonderen Schutz – etwa vor Gewalt, Sucht oder anderen Krisen. Wir GRÜNE wollen, dass niemand in Wetzlar in Notlagen alleine bleibt. Daher wollen wir das Frauenhaus als zentralen Schutz- und Unterstützungsort stärken, indem wir für eine gute Personalausstattung, schnellen Zugang zu Wohnungen über die städtischen Wohnungsbaugesellschaften, Kinderbetreuung in Kitas sowie Integrations- und Sprachkurse mit Kinderbetreuung in der Volkshochschule sorgen. Das erfolgreiche Modell im Lahn-Dill-Kreis wollen wir weiterentwickeln und mit aufklärenden Projekten zu Gesundheit, Sexualität und Rechten speziell für Migrantinnen verbinden, damit betroffene Frauen nachhaltig ein selbstbestimmtes Leben aufbauen können. Jungen Menschen mit Sucht- und Lebensproblemen wollen wir mit aufsuchender Sozialarbeit helfen. Das bedeutet, dass wir Probleme – wie es sie beispielsweise am Bahnhof gibt – nicht durch polizeiliche Maßnahmen verdrängen, sondern auf Augenhöhe Hilfe anbieten. Für Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, wollen wir mit Unterstützungsangeboten Wege in eigenen Wohnraum eröffnen.

 

Vereins- und Sportförderung

Wir GRÜNE wissen: Ohne das vielfältige Engagement in Vereinen, Initiativen und Projekten wäre Wetzlar nicht die lebendige Stadt, die sie heute ist. Das Ehrenamt ist eine zentrale soziale Stütze unserer Stadtgesellschaft. Es verbindet Menschen, stärkt Zusammenhalt und schafft Orte der Begegnung. Deshalb ist uns die Förderung der Vereine und die Unterstützung der vielen ehrenamtlich Tätigen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ein besonderes Anliegen.​

 

Einen wichtigen Schwerpunkt sehen wir in der Förderung der Sport treibenden Vereine in Wetzlar und seinen Stadtteilen. Finanzielle Zuschüsse sowie Investitionshilfen sollen die Vereine darin unterstützen, ihre Sportarten qualifiziert anzubieten und Trainings- wie Wettkampfbetrieb verlässlich zu organisieren. So sichern wir eine kontinuierliche, planbare und verlässliche Vereinsarbeit, gerade auch in der Kinder- und Jugendarbeit.​

Wir GRÜNE wollen, dass sowohl für den Breitensport als auch für leistungssportliche Veranstaltungen ausreichend gut ausgestattete und intakte Sportstätten wie Sportplätze, Sporthallen und unsere Bäder zu den benötigten Zeiten zur Verfügung stehen.

 

Gut und selbstbestimmt älter werden

Wetzlar wird älter, was Chance und Aufgabe zugleich ist. Wir GRÜNE wollen, dass ältere Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt leben können und bei Pflegebedarfen gut versorgt sind. Ein wichtiger Baustein sind für uns Wohnangebote, die eigenaktives Wohnen bis ins hohe Alter ermöglichen, etwa durch barrierefreie Wohnungen, Servicewohnen und generationsübergreifende Wohnprojekte. Die Stadt fördert bereits Beratungsangebote, die den Zugang zu Pflege- und Unterstützungsleistungen erleichtern. Dieses Angebot werden wir weiterführen und an die kommenden Herausforderungen anpassen. 

7. Demokratie, Vielfalt & Gemeinschaft

Demokratie fördern

Wir GRÜNE wollen Demokratie in Wetzlar nahbarer machen, indem wir die Bürger*innenbeteiligung noch weiter fördern. In den letzten Jahren haben wir auf diesem Weg viel erreicht. Bürgerräte zu einzelnen Projekten (bspw. dem Neubau des Freibades), große Beteiligungsformate wie dem Rahmenplan Altstadt oder der digitalen Beteiligungsplattform, welche durch die neue Stabsstelle Bürgerbeteiligung eingeführt wurde. Wir setzen uns dafür ein, dass wir diese Formate weiterführen, aber auch neue Formen des Dialogs austesten wie beispielsweise das Konzept „Sprechen und Zuhören“.

Jungen Menschen wollen wir mehr Mitsprache geben. Ein Jugendparlament soll das bestehende Jugendforum und die Schüler*innenvertretung ergänzen und jungen Menschen Rede- und Antragsrecht in den politischen Gremien geben, damit ihre Ideen direkt einfließen können.

 

Geschlechtergerechtigkeit

Wir GRÜNE stehen für Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsthema: Gleichberechtigung herstellen, eigenständige Existenzsicherung ermöglichen, vor Diskriminierung und Gewalt schützen und Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben schaffen sind dabei unsere Leitziele. Chancen, Zeit und Geld sollen gerecht verteilt werden, dafür setzen wir uns auf allen Ebenen ein. Wir GRÜNE machen es mit einer fairen Quotierung in unseren Spitzenpositionen auf allen Ebenen vor. Dass wir die erste Frau im hauptamtlichen Magistrat der Stadt Wetzlar stellen, unterstreicht unseren Anspruch für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Doch das reicht uns nicht, wir fordern mehr Frauen in den Führungspositionen unserer Stadt. Zudem setzen wir uns dafür ein, alte Vorurteile in den städtischen Berufsbildern aufzubrechen. Wir möchten außerdem erreichen, dass sich mehr Frauen in der Kommunalpolitik engagieren und unterstützen das städtische Mentoringprogramm „Frauen in die Kommunalpolitik“. Zudem streben wir eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und politischem Engagement in unserer Stadt an.

 

Inklusion

Wir setzen uns für eine Stadt ein, in der alle Menschen selbstbestimmt leben und selbstverständlich dazugehören, unabhängig von körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Inklusion ist für uns ein Menschenrecht und ein zentrales Leitprinzip unserer Politik. Dafür treiben wir den kontinuierlichen Abbau von Barrieren im öffentlichen Raum, in städtischen Gebäuden, Einrichtungen und im ÖPNV voran und sorgen für barrierefreie Informations- und Beratungsangebote, die auch in leichter Sprache und digital zugänglich sind. Eine enge Vernetzung des neuen Inklusionsbeirat, Selbsthilfegruppen und Verwaltung stellt sicher, dass die Erfahrungen Betroffener von Anfang an in Planungen einfließen. Zusätzlich fordern wir die Ausstattung von Spielplätzen mit inklusiven Spielgeräten und die Anpassung von Konzepten in Kitas, um Teilhabe von Anfang an zu ermöglichen.

 

Integration

Wetzlar ist eine vielfältige Stadt, die über Jahrzehnte gezeigt hat, dass sie Menschen jeder Herkunft eine Heimat bieten kann. Wir setzen alles daran, dass dies auch in Zukunft gelingen wird. Auch wenn vieles auf Bundesebene entschieden wird, setzen wir vor Ort auf angemessene Unterbringung, Versorgung und Integration von Geflüchteten – mit der Bereitschaft, zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen. Menschen mit Migrationshintergrund und ohne deutsche/europäische Staatsbürgerschaft möchten wir weiterhin in Entscheidungen einbinden und ihre Anliegen hören. Ausländerbeirat und der Wetzlarer Interkulturelle Rat leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Städtische Vereine und ehrenamtliche Initiativen möchten wir bei ihrer bereits starken Integrationsleistung weiter unterstützen und zusätzlich fördern. Innerhalb der Verwaltung sollen interkulturelle Kompetenzen gefördert werden und die Dienstleistungen kundenfreundlicher gestaltet werden.

 

Rechtsextremismus

Wir GRÜNE stehen für Vielfalt und Freiheit und stellen damit einen der stärksten Gegenpole zum Rechtsextremismus dar. Für uns ist klar: Es kann keinerlei Form von Zusammenarbeit mit rechtsextremen Parteien wie AFD, Die Heimat (NPD) und ähnlichen geben. Wir fördern Maßnahmen zur Extremismusprävention, insbesondere das Haus der Prävention mit seiner DEXT-Stelle.

 

Ein buntes Wetzlar – Vereint in Vielfalt

Wir GRÜNE stehen für eine Stadt, in der LSBTIQ*-Menschen selbstbestimmt und ohne Angst leben können. Dazu gehören für uns eine aktive Unterstützung des CSD Mittelhessen, Angebote queerer Jugendarbeit und Schutz vor Diskriminierung. Als einzige größere Stadt im Lahn-Dill-Kreis hat Wetzlar auch die Aufgabe, queere Treffpunkte für die lokale Szene zu ermöglichen. Für uns ist klar, Vielfalt ist Stärke: Wir fördern Akzeptanz, Sichtbarkeit und gleiche Rechte für alle.

8. Kultur

Kunst und Kultur gehören für uns zu den grundlegenden Säulen einer offenen, vielfältigen und lebendigen Stadtgesellschaft. Der freie, niedrigschwellige Zugang zu kulturellen Angeboten ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und wesentlich für die Lebensqualität in Wetzlar.

Wir setzen uns dafür ein, die Umsetzung der Kulturkonzeption entschlossen weiter voranzutreiben. Ob Konzerte an ungewöhnlichen Orten, die Fertigstellung der Museumskonzeption oder die Öffnung städtischer Einrichtungen für neue Zielgruppen – Kultur soll möglichst vielen Menschen offenstehen. Die langfristige Stärkung der Kulturmanagerin ist uns ein Anliegen: Ihre Arbeit soll als Stabstelle verstetigt werden, um als Mittlerin zwischen kreativen Gruppen, Quartiersmanagement und verschiedensten kulturellen Gruppen zu wirken und eine zentrale Anlaufstelle für alle in der Stadt zu sein.

Wichtig für die Kulturszene Wetzlars bleibt die Schaffung bezahlbarer Proben- und Veranstaltungsräume, etwa die Zwischennutzung von Leerständen oder die Nachnutzung historischer Gebäude wie dem Alten Rathaus und der alten Musikschule. Ein übersichtliches Raumkataster soll alle verfügbaren Räumlichkeiten für Vereine und kreative Projekte auffindbar machen. Wir fordern barrierefreie, kostengünstige Veranstaltungsorte ebenso wie die stärkere Einbindung der Innenstadtkneipen für Kulturevents. Pop Up-Kultur und temporäre Ausstellungen sollen das Stadtbild bereichern.

Für Kulturschaffende und Vereine streben wir unkomplizierte Fördermöglichkeiten, Beratung und gezielte Projektunterstützung an. Die Sichtbarkeit lokaler Kulturangebote wollen wir durch einen übersichtlichen Veranstaltungskalender und die bessere Vernetzung Kunstschaffender steigern.

Wir fördern den kulturellen Austausch mit den Ortsteilen, dem Landkreis und unseren Partnerstädten. Von einer besseren Zusammenarbeit auch mit unseren lokalen Unternehmen und Institutionen profitiert die gesamte Kulturszene unserer Stadt. Insbesondere junge Menschen und Menschen mit geringem Einkommen werden wir besser einbeziehen. Die kulturelle Bildung ab Kita und Schule ist für uns unverzichtbar. Kultur für Kinder und Jugendliche, Ticketermäßigungen sowie die Kombination mit der Jugendförderung stehen im Mittelpunkt unserer Initiativen.

9. Digitalisierung

Die digitale Transformation soll in Wetzlar Allen zugutekommen und die Stadtverwaltung transparenter, freundlicher und ökologischer machen. Wir setzen uns dafür ein, dass das Informationssystem attraktiver gestaltet und leichter zugänglich wird. Informationen über kommunale Angelegenheiten sollen besser und schneller verbreitet werden. Wir setzen uns dafür ein, dass Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung, zur Erhöhung der Transparenz, über das Internet verfolgt werden können.

Wir befürworten die Einführung einer Informationsfreiheitssatzung um den Bürger*innen einen leichteren Zugang zu kommunalen Informationen zu gewährleisten.

Ein zentrales Anliegen ist der flächendeckende Ausbau der digitalen Infrastruktur, insbesondere der Glasfasernetze nach dem modernen FTTH-Standard, um schnelles und zuverlässiges Internet für alle Haushalte sicherzustellen.

Die Umsetzung des Online-Zugangs-Gesetzes wird aktiv begleitet, wobei höchste Priorität auf Datenschutz und IT-Sicherheit gelegt wird. Dafür werden notwendige Hard- und Software bereitgestellt und alle Beschäftigten der Stadtverwaltung durch gezielte Fortbildungsangebote befähigt, die digitalen Angebote professionell und sicher zu nutzen.

Wir fördern verstärkt den Einsatz von Open-Source-Software in der kommunalen IT und unterstützen Initiativen wie „Public Money, Public Code“, die Transparenz und Unabhängigkeit in der digitalen Verwaltung stärken.

Darüber hinaus stellen wir sicher, dass auch Senior*innen und Menschen mit Beeinträchtigung nicht abgehängt werden und erhalten niedrigschwellige Hilfsangebote für digitale Fähigkeiten über das Seniorenbüro. So gewährleisten wir digitale Teilhabe für alle Menschen in Wetzlar und tragen zu einer inklusiven und zukunftsfähigen Stadt bei.

Herausgeber

Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Stadtverband Wetzlar,

Weißadlergasse 9, 35578 Wetzlar

Kontakt unter: 06441 – 4 22 59

Instagram: @gruene_wetzlar

Facebook: @gruene WZ

Gemeinsam geht’s – Wahlprogramm Wetzlar 2026Gemeinsam geht’s – Wahlprogramm Wetzlar 2026 (PDF) 

 

Unser Flyer

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